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Schweden 19.7.2006 - 2.8.2006
Kanurundtour im Dalsland

Ein bebildertes Tagebuch

Die Autofahrtstrecke
Die Paddelstrecke

1. + 2. Tag Tungeln- Wardenburg- Grenaa/ Dänemark- Krakviken/ Dalsland/ Schweden

(Enno) Am Abend vorher wurde von mir der Vereinsbus geholt (natürlich Tank auf Reserve). Morgens um acht wurde der Bus aufgetankt, Öl und Wasser kontrolliert und anschließend von Ute und mir beladen. (Die Gepäckstücke aller Teilnehmer, Proviant und sonstige Ausrüstung wurden am Vorabend in Ute's Garage eingelagert.) Das Beladen dauerte ca. 1,5 Stunden einschließlich Kaffeepause ohne Kuchen. Daran folgte das Mittagessen und um 12:30 Uhr starteten wir nach Krakviken in Schweden. Unterwegs sammelten wir noch Maike und Tabea in Kreyenbrück ein.

Dann starten wir durch über Bremen, Hamburg, Flensburg Aarhus nach Grenaa in Dänemark. Unterwegs machten wir einige Pausen, da wir einen großzügigen Zeitplan hatten. In Grenaa hatten wir bis zur Abfahrt der Fähre noch ca. 2 Stunden Zeit, so dass wir uns noch den Seglerhafen ansehen und noch einen "heißen Hund" verspeisen konnten.

Die Fähre nach Varberg/ Schweden kam pünktlich an und wir fuhren als erste an Bord. Vorteil: wir werden auch als Erste in Varberg morgen um 4:30 Uhr von Bord fahren. Während der gut vierstündigen Überfahrt vertrieben sich die älteren Jugendlichen (ab 30 J. ?) die Zeit mit "Schlafen" und Kaffeetrinken, während die jüngeren Jugendlichen (unter 15 J.) sich die Zeit mit Videospielen vertrieben.

Die Fahrt von Varberg nach Krakviken über Göteborg, Uddevalla und Bengtsfors verlief mit einer Pause und einem Zwischenfall. In Krakviken stellten wir fest, dass Maike ihren Rucksack samt Fotoapparat und allen Papieren beim Zwischenstopp in Billingsfors auf dem Rastplatz "zwischengeparkt" hatte, sodass Ute und Maike zurückfahren mussten, um diesen zu holen. Währenddessen bezog der Rest das Ferienhaus für die erste Nacht.
Den Rest des Tages verbrachten wir mit Baden, Sachen neu Verpacken, Einkaufen, Tanken und Ordnen des Gepäcks sowie einem ausgiebigen verspäteten Mittagsmahl (Mafiatorte).

Der Abend wurde mit Reinigungsarbeiten in dem Ferienhaus und mit dem Sortieren des persönlichen Gepäcks für die nun anstehende 9-tägige Paddeltour zugebracht. Mir blieb nur die traurige Pflicht, während der Abendstunden auf der Terrasse diesen kurzen Bericht über die ersten zwei Tage unserer 14-tägigen Tour zu berichten.

PS: das Wetter während der ersten zwei Tage war geprägt von strahlendem Sonnenschein und fast zu hohen Temperaturen, Bruno lässt grüßen.
PPS: Ole hat "Jörg" mitgebracht (Magen- und Darmgrippe).


3. Tag Krakviken (Västra Silen)

(Maike) Die Nacht war für Karin und Rouven nicht schön. Beide mussten nach "Jörg" rufen, wobei Rouven nicht so schnell aus dem Etagenbett kam. Leider! Dadurch hat sich unser gut geplanter "Paddelstart" erledigt. Die Kinder durften ausschlafen (war auch nötig) und konnten einen Kanuprobetag auf dem See machen. Gerade als es Rouven nach strikter Wasser-/ Tee-/ Zwieback-/ geriebener Apfelnahrung besser ging, machte Tabea schlapp. Mal sehen, wie wir den Tag weiter durchhalten. Ute hat auch schon Magengrimmen (Grund: siehe unten). Karin sieht man nur (wenn überhaupt) mit Schüssel durch die Wohnung laufen, gegen Mittag bekam sie auch noch Fieber.

Nachdem Ute und ich die "Spuren der Nacht" beseitigt hatten (es gab leider keine Waschmaschine), wurden alle mit homöopathischen Kügelchen versorgt. Ole ging es spitzenmäßig, Chrissi und Maren auch. Rouven zählte die Stunden bis zum Abendbrot (endlich wieder feste Nahrung!). Tabea war für ein paar Stunden mundtot. Enno hat den Spaß an Sudoku entdeckt und rätselt laut vor sich hin.

Die Flaschenpost, die Ole, Chrissi und Maren auf der Insel gefunden haben, können wir leider nicht entziffern bzw. sie ist in Schwedisch geschrieben. Ute informiert sich derweil in den Zeitschriften der Mädchen über Tokio Hotel, Killerpilze, Paris Hilton und Co. Scheint aber nicht ganz so prickelnd zu sein, da sie auf der Wiese vor dem Haus einschläft. Gott sei Dank im Schatten!!!!
Zum Abendessen sind alle wieder fit. Bis auf Karin, aber es geht ihr schon besser (sie läuft ohne Schüssel).
Die Sonne ist rot untergegangen, die Kinder lösen lautstark in der Bravo den Psychotest, der See liegt ruhig vor uns. Hoffentlich haben wir das "Gröbste" überstanden. Anscheinend können wir das gute Wetter in Schweden nicht ab (O-Ton Enno). Ich bin zuversichtlich und freu mich auf morgen, auf das Chaos beim Boote Beladen und die erste Nacht im Zelt.

4. Tag Krakviken- Skifors- Solsjöbodarna (Svärdlang)

(Chrissi) Die letzten Tage waren echt voll der Horror, denn die Kübelseuche ist bei einigen Mitreisenden ausgebrochen (Ole, Karin, Rouven).Doch heute waren alle wieder fit außer Karin, die angeschlagen war. Nach dem Frühstück wurde das Haus aufgeräumt.

Als wir endlich fertig waren und alles (Kanusachen) im Auto verstaut war und wir zum Start der Paddeltour gefahren waren, ging's ans Boote beladen.
Zu Anfang war die Besetzung folgende:
1. Boot: Ole und Chrissi;
2. Boot: Enno und Maren;
3. Boot: Maike und Tabea;
4. Boot: Rouven, Karin und Ute (wobei Karin auf dem "Schonsitz" saß).
Wir hatten irgendwie weniger Gepäck als letztes Jahr, obwohl wir eine Person mehr waren.



Nun ging's los. Wir starteten die Paddeltour des SVT 2006.

Als wir schon eine gute Weile gefahren waren, mussten wir umtragen, aber nur schlappe 50m (Skifors). Das Wiedereinsetzen klappte trotz starker Strömung eines Wehrs ganz passabel.

Als wir ein bisschen gefahren waren, tauschten aber ich und Karin die Plätze, da unser Boot sonst nicht hinterher gekommen wäre.

Kurze Zeit später sauste ein Motorboot an uns vorbei (die Wellen waren nicht gerade klein). Wir sahen auch einen Wasserskifahrer.

Als wir endlich an der Anlegestelle angekommen waren, luden wir die Boote aus, denn wir dachten, es kommt ein Gewitter.
Dann gingen wir angeln, fingen aber nichts außer Kraut. Wir aßen Ravioli von "Maggi Fix". So, jetzt gehen wir gleich noch mal mit Enno angeln. Ob wir was gefangen haben, lesen wir im morgendlichen Eintrag von R... .

5. Tag Solsjöbodarna- Skapafors- Ösan (Laxsjön)



(Rouven) Der Tag fing nicht so gut an, da wir beim Angeln nichts gefangen haben. Aber dann geht's ziemlich schnell in die Boote und ins Wasser und nichts wie hin zur Umtragestelle (Skapafors).





Als wir da waren, warf Chrissi den Ball "ausversehen" ins Wasser. Ole war zu dieser Zeit "mal wieder" wasserscheu. Chrissi zog schon sein T-Shirt aus, um den Ball zu holen. Aber Ole konnte es nicht schnell genug gehen und Chrissi bekam einen überschnellen Wasserschock. Maren, Tabea. Ole und ich gingen auch unfreiwillig baden. Aber nichts desto trotz haben wir es doch noch geschafft, die Boote ans andere Ufer zu tragen.

Dann wurde noch kurz ausgelost. Nun ging es mit neuem Elan weiter. Maikes und Karins (meins) Boot kämpften die meiste Zeit um den 1st place.

6. Tag Ösan- Billingsfors- Höllerud- Bengtsfors (Dalsland-Kanal)- Greaön (Lelang)



Schleusenwärterhäuschen

Warten auf die Einfahrt in die Schleuse

Gleich ist das Schleusenbecken voll

das Wasser kommt!

Die Wasserfontäne von Bengtsfors
(Tabea) Heute war der Hammertag und wir mussten früher aufstehen als sonst, da wir noch vorhatten, durch sieben Schleusen zu fahren, wie man in Schweden sagt SLUSS. Die Ersten standen um 7 Uhr auf, die Anderen erst vor dem Frühstück. Um ca. 10 Uhr schaffen wir nach meiner Selbst-Einschluss-Tat im Plumpsklo und dem Tipp von Enno, wie man Toilettenpapier spart, den Aufbruch zur ersten Schleuse.
Vor der vorletzten Schleuse gingen Ole und Karin einkaufen. Mit einer Menge Proviant und schön kühlem-tollem-leckerem EIS (es war auch langsam nötig).
Endlich am geilen Zeltplatz angekommen, schon mussten wir wieder weg, da Enno einen besseren Zeltplatz auf der Insel fand. Die Zelte aufgebaut und ab ins WASSER: Dort schubsten wir uns gegenseitig um und machten sonstiges.
Dann gab es auch schon wieder Abendessen, es gab Reis mit Sosse. Es schmeckte so gut, dass Karin noch zwei Beutel reinschmiss. Nach dem Essen gingen Maren, Christianund ich in den Wald zum Holzholen für's Lagerfeuer. Als wir dann zurück gekommen waren, trennten sich unserer Wege; Maren und ich gingen schwimmen und die Jungs (Enno, Chrissi, Ole und Rouven) zum Angeln. Erfolglos kamen sie zurück ans Lagerfeuer und alle wärmten sich. Zum Schluß gingen Christian, Maren, Ole und ich ins arschkalte Wasser.

Karin hatte morgens eine Kröte im Zelt

7. Tag Greaön- Herrenas- Taraldsön (Lelang)

(Karin) Wir erwachten morgens auf der Insel Greaön, der Lelang lag neblig-verhangen da - man konnte gerade noch die naheliegenden Winz-Inseln erkennen. Das hätte einen Vorteil: Eine frühe Abfahrt ist wenig sinnvoll, wenn man auf dem See die Ziele nicht erkennen kann.

!

Also warten, bis Sicht ist und schöööön ruhig angehen lassen! Um 11 Uhr verließen wir die tolle Insel mit ihren Felsen und dem kleinen Sandstrand dann im Sonnenschein. Das Tagesziel sollte ca. 8km nördlich ein Zeltplatz beim Ort Herrenas sein. Die Gruppe kann einfach tierisch paddeln inzwischen.

Dort lag erst mal eine ausgedehnte Bade- und Picknickpause an. Die Kinder wollten gleich ganz Schluss machen für diesen Tag, es gab Diskussionen, weil die Erwachsenen weiter wollten und zumindest den Lelang noch queren wollten. Na, durchgesetzt haben sich die Erwachsenen, oder haben sie die Kinder überzeugt???

Am Ende kamen sie wieder ohne Murren mit und hauten ordentlich rein beim Paddeln, vor allem Ole mit Ute. Die beiden setzten sich weit nach vorne ab, wo sie dann im Schilf mit Kamera auf den Rest warteten, um Fotos zu schießen.

Das Überqueren des Lelang schafften wir auch mühelos. Wir steuerten einen Zeltplatz am östlichen Ufer, Halbinsel mit vorgelagerter Insel, an, auch wieder ein wunderbarer Platz. Die Jugend brauchte mal keine Zelte aufzubauen, denn sie darf in einer Flachhütte am Feuerplatz schlafen und brauchte nur Isomatten und Schlafsäcke.

Alle waren höllisch ausgehungert und putzten -zig Portionen Nudeln, Mais und Würstchen weg.

Danach gingen Enno, Chrissi, Rouven und Ole noch mal angeln in der Abenddämmerung auf fast spiegelglattem Wasser in zwei Kanus boten sie einen sehr malerischen Anblick für Ute, Maike und Karin, die auf den Ufersteinen saßen, beobachteten und plauderten, und die es schade fanden, dass am Ufer Kreise von Fischen zu sehen waren, die vier Angler aber wieder ohne Erfolg fischten. Wir alle würden es den Anglern und uns allen so sehr gönnen, wenn sie mal was fangen würden!!!

Der Abend endete spät vor dem Feuer. Schön, dass wir den Platz für uns hatten, sonst hätten die Kinder nicht in der Hütte schlafen können... denn das Problem ist, bis sie mal schlafen, sind sie sich so laut am Necken, sie singen und schreien vor Lebenslust, das könnte man keinem zumuten.
Das war wieder ein richtig toller Schweden-Sommer-Paddel-Tag!!
!

8. Tag Taraldsön (Lelang)- Gustavsfors (Sunden)- Storön-syd (Västra Silen)


vor dem Aufwachen

erst Morgentoilette ...

(Ole) Die Kinder schliefen in der Hütte auf dem Zeltplatz, da kein Platz auf ebenem Boden war. Es war ziemlich gemütlich. Es musste viel Frühstück gegessen werden, da wir 12km vor uns hatten. Eine Schleuse war auch noch zu meistern.

Als Erstes ging es noch am Lelang entlang, danach nach Gustavsfors zur Schleuse. Die Erwachsenen gingen einkaufen und die Kinder vertrieben sich die Zeit mit freiwilligem und unfreiwilligem Baden. In der Schleuse deutsches Brot.

Nach der Schleuse im Sunden sahen wir noch ein Wrack. Auf unserer Zeltplatz-Insel Storön-Syd schliefen die Kinder wieder in der Hütte.

... und dann Küchendienst an gleicher Stelle

im Sunden vor Gustavsfors

In Gustavsfors kann man sich in einem kleinem Laden verpflegen. An der Schleuse gibt es deutsches Brot- sehr lecker.

Landung auf Störon-Syd

9. Tag Störon-syd- Varvik (Västra Silen)- Krokfors- Hängesten (Östra Silen)

(Ute) Nach dem schon traditionellen Morgenbad/ -schwimmen, Frühstück und Packen starten wir gegen 11 Uhr Richtung Süden. Wir fahren an dem Westufer des Vestra Silen entlang.

Enno und Chrissi legen die Angel aus, aber das Ergebnis ist negativ.

 

Gegen 13 Uhr erreichen wir die weithin sichtbare Kirche von Varvik. Die Frauen besichtigen den Friedhof (die Kirche war verschlossen); die restlichen Kohlrabi und Äpfel werden aufgeschnitten und als Mittagsimbiss verzehrt.
Nach einem weiteren Bad starten wir gegen 15 Uhr quer über den See nach Krokfors, das wir bald erreichen, da eine heraufziehende Gewitterwand uns einen gewaltigen Spurt abverlangt.
Dort angelangt, decken wir unsere Boote mit Planen ab, als die ersten Tropfen fallen. Die Schleuse "Sluss 13" öffnet sich schnell und wir fahren mit einigen anderen Booten ein; gleichzeitig bricht über uns das Gewitter herein - die Himmelsschleuse öffnet sich sintflutartig mit riesigen kalten peitschenden Regentropfen und Gedonner und Gestürm - die zuvor herbstlich belaubten Birken sind nach dem Wettereinbruch entlaubt, in unseren Booten schwimmen die Blätter im 8cm hohen Wasser.

Nach der Durchfahrt der zwei Schleusen steuern wir - sowie die anderen Boote - eine kleine Sandbank an, um die Boote leer zu schöpfen und teilweise trockenen Kleidung anzuziehen - aber da wir seit Tagen beinahe standardmäßig nur mit Badeanzug und Schwimmweste paddeln, sind nicht alle davon betroffen.

Karin und Ute sowie die Kinder gehen zurück zur Schleuse, um
a. Eis für alle zu kaufen und
b. zwei große geräucherte Regenbogenforellen direkt aus dem Rauch zu kaufen.

Zurück bei den Booten wird ein wenig getitschert - was später noch wichtig sein wird. Karin und Maike haben sich in einen der Betreuer der mit-schleusenden Jugendgruppe verguckt, Maren und Tabea inden zwei Jungs ganz toll - deshalb findet der Aufbruch von der Landestelle abrupt statt, denn die Mädels möchten zu gerne bei den schwedischen Jungs campen. Alle Plätze sind jetzt sehr überfüllt, letztlich landen wir auf dem Lagerplatz der Insel Hängesten - die schwedische Gruppe irrte noch weiter herum!
Das Wetter hat sich wieder normalisiert, alle (alle?) gehen baden, die Kinder entdecken eine Felsklippe, von der sie aus ca. 5-6m Höhe herunterspringen können, was sie auch mit stundenlanger Ausdauer machen.
Nur das Abendessen veranlasst sie, das Dauerbad zu unterbrechen. Mit Karin müssen sie Blaubeeren pflücken, die abgekocht mit Joghurt und Quark vermischt als Nachtisch zubereitet werden. Als Hauptgericht gibt es Schwarzbrot mit Rührei (für die "Vegetarier") und leckere Regenbogenforelle.

Enno und Karin versuchen, Maike und Ute in die Geheimnisse des Doppelkopfspielens einzuweisen. Die abendliche Angelpartie bleibt wieder ohne Erfolg.

PS: Enno erwähnt abends Maike gegenüber, dass Karin ihm das Portemonnaie nicht zurück gegeben hat (Inhalt: unsere komplette Reisekasse).

10. Tag Hängesten- (Krokfors- Hängesten) (Östra Silen)

(Maren) Ich wurde geweckt durch Ole's Gegröle (wieder mal) und lag im Zelt bis "Frühstück" gerufen wurde. Schnell rannte ich zu der Plane, wo alles drauf gedeckt wurde und aß mich satt (für 5-10 Minuten), da ich mich ja noch mit Tabea & Co. von der Klippe stürzen wollte.

Auf einmal fing Ole an, davon zu reden, von der großen Klippe runterzuspringen. Alle hielten ihn davon zurück. Doch als er mir und Tabea seine Vorräte versprach (falls er abkratzt), sprang er. Er kam lebend wieder hoch (schade um die Vorräte), alle sprangen hinterher.

Etwa 20 Minuten später rief Karin uns panisch zusammen. Sie hat das ganze Urlaubsgeld verloren. SCHEISSE! Sie und Maike fahren zur Schleuse.

Sofort rannten wir wieder zur Klippe und sprangen und schwammen etwa eine Stunde, bis ich mir den Fuß aufschlitzte. Da verloren wir die Lust und gingen zu den Erwachsenen (die schon das Mittagessen vorbereiteten). Ich ließ mir den Fuß desinfizieren.

Karin und Maike legten gerade an, als das Essen fertig war. Sie haben das Geld an dem Strand, wo wir beim Gewitter waren, gefunden. HURRA! Als wir fertig gegessen hatten, mussten die Kinder und Teenies abwaschen. Danach spielten wir Wahrheit und Pflicht. Die Erwachsenen (die Frauen) fuhren in der Zeit mit dem Boot (um die Insel) herum. (Ich bin nur froh, dass sie beschlossen hatten, da zubleiben (Die Frauen wollten an sich gemeinsam einen Tagesausflug nach unternehmen)).

Die Ute und Karin schlossen mit uns eine Wette ab. Wenn drei von uns 100m Kraul können, springen sie von der großen Klippe. Wir (Ole, Tabea, Maren) haben es geschafft. Ute schaffte es auch, aber Karin musste erst mit ihrer Angst kämpfen (was völlig normal ist). Nach 45 Minuten schaffte sie es doch.
Am Abend aßen wir Fisch.

11. Tag Hängesten- Björnnäs- Trollön (Östra Silen)

 

(Karin) Heute haben wir meinen Lieblingszeltplatz nach zwei Nächten verlassen.Wir planten, noch nach Norden in den Östra Silen zu fahren. Dunkle Wolken störten diesen Plan. Die Buchten mussten wegen des drohenden (Un-) Wetters ausgefahren werden. Schließlich machten wir in einer Bucht (bei Björnnäs) unsere Mittagspause, gegenüber der Insel Trollön, auf deren Rückseite wir abends Quartier machen wollten.

Die eine Hälfte des Himmels war grau-schwarz, die andere blau und wir brutzelten in der Mittagshitze und nahmen ein Bad. Währenddessen kletterten die Kinder an der Seite der Bucht durch die Klippen, um einen neuen Absprungfelsen auszumachen. Sie fanden auch eine geeignete 6-8m (über die genaue Höhe gingen die Meinungen auseinander) hohe Klippe. Ole wagte sich als erster runter, trotz der Frage der anderen, ob er lebensmüde sei. Die anderen sprangen natürlich auch!

Wir Erwachsenen sammelten die "Kinder" direkt an der Klippe ein, denn der Himmel drängte nun sehr auf sofortige Weiterfahrt, und zwar auf direktem Weg nach Trollön.
Von drei Seiten zog das Unwetter auf. Alle mussten mächtig reinhauen, damit wir die Überfahrt (in der Gruppe) vor dem Unwetter schafften. Dies gelang.

Am anderen Ende der Insel war die Hütte, in der die Kinder schlafen wollten, kurz zuvor von einem Kajak-Päarchen besetzt worden. Schade! Der Platz auf dem Zeltplatz war sehr knapp und die Zeit auch, es donnerte und blitzte bereits in der Nähe. In Windeseile wurden die fünf Zelte aufgebaut und ein Planenunterstand errichtet. Dort saßen wir und warteten bis der Regen weniger wurde. Es regnete ca. zwei Stunden.

Angler: Enno und Chrissi

Zwischendurch, als es mal nachließ, kletterten alle fünf Frauen auf den höchsten Punkt, um den bleiernen Himmel zu begutachten. Sie fanden zahlreiche, wohl frische Elchspuren: jede Menge Losung und zwei Elch"betten", platte Liegeplätze im Heidekraut.
Wieder unten, hörte ich - Karin- ein Gejohle! Die drei Jungs hatten unten ihre Angeln ausgeworfen und Ole den ersten Fisch gefangen! Jippieh! Es war ein etwa 20cm langer Barsch. Ole war mächtig stolz. Kurz darauf biss bei Chrissi ein riesengroßer Hecht an, doch die Leine hielt ihm nicht Stand. Auch Ole's Fisch wurde wieder ins Wasser geworfen und durfte weiterleben, weil von einem 20cm-Barsch keine neun Leute satt werden.

Abendessen gab es von Maren und Tabea, die mir Ausdauer zig Portionen Nudeln und Tomatensoße kochten. Und Bohnensuppe gab es vorweg, nicht zu vergessen!

Miracoli satt!!!!!

Was gibt es noch zu berichten... das Klo, über dessen Zustand ich mich hier nicht weiter auslassen werde, war elend weit weg, das war schon ein kleiner Spaziergang bis dorthin. Auf dem Spaziergang musste man durch Biberkahlschlag hindurch. Hier scheint eine Bibergroßfamilie ihr Nageunwesen zu treiben. Einige Stämme waren frisch angenagt.

12. Tag Trollön- Krokfors (Östra Silen)- Krakviken (Västra Silen)

(Maike) Die Nacht war sehr windig. Marens Befürchtung, mit dem Zelt ins Wasser zu rutschen, ist nicht eingetreten.
Nachdem Karin trotz des frischen Wetters von dem warmen Seewasser schwärmt, rutscht auch Ute von der Klippe ins fast kühle Nass. Dabei bleibt sie mit dem rechten 2. Zeh an einem Felsvorsprung hängen. Autsch, ein Fall für die Rot-Kreuz-Kiste.

In Rekordzeit wurden nach dem Frühstück die Kanus beladen, da man das Wetter schlecht einschätzen konnte. Naja, ehrlich gesagt wurden die Kinder mit Eis an der Schleuse bestochen, und wir schafften alles noch unter dem - von Enno streng bewachten- Zeitlimit. Da wir in einem ziemlichen Tempo den See überqueren konnten, blieb noch Zeit für einen Zwischenstopp am "Todesfelsen" (Hängesten).

Zum ersten Mal schleusten wir "runter". Das war nicht so spektakulär wie "rauf". Nach einem Picknick gab es das ersehnte und verdiente Eis. Ute humpelte hinterher, die Farbe des Zehs ging schon ins tiefblaue über. Nach ca. einer Stunde erreichten wir trocken unser Endziel "Silverlake" (Krakviken).
Als wir die gesäuberten Boote zurückbrachten, schaute uns Christer (Chef vom Silver Lake Camp) erstaunt an. Wir waren einen Tag zu früh zurückgekommen. Nun ja, die Kanus waren ausgeräumt und das Wetter schien schlechter zu werden, also blieben wir an Land. Nachdem alle ausgiebig geduscht hatten, bereitete Rouven für alle vier Liter Suppe mit reichlich Nudeln zu. Alle waren satt, selbst Rouven. Die Kinder hatten vorher auch ihren Süßigkeiten-Nachholbedarf am Kiosk gestillt.

Spät am Morgen nach feuchtfröhlicher Doko-Runde ging unser letzter "Paddeltag" zu Ende.

13. Tag Krakviken- Bengtsfors- Krakviken

(Ute) Nach einigem Hin- und Herdenken ist uns aufgegangen, dass wir von 9 Paddeltagen ausgegangen sind, während vom Verleiher 9 Paddelübernachtungen angesetzt waren. Nun ja, die Luft und Lust zum Paddeln war den Kindern ausgegangen.
Für den heutigen Montag haben wir uns Draisinen gemietet. Gegen 11:00 Uhr fahren wir auf unseren fünf Gefährten in Richtung Bengtsfors (eine Strecke ~ 20 km). Maren und Tabea haben anfangs genörgelt, aber als es losging, hatten sie viel Spaß.
In anstrengenden Bergauffahrten und rasanten Abfahrten erreichen wir Bengtsfors. Unterwegs beginnt es allerdings zu regnen, die "Beifahrer" kühlen ziemlich aus, da alles unterhalb der Regenjacken durchnässt ist.

Unser geplanter Besuch im Freilichtmuseum entfällt. Stattdessen versuchen wir, uns in einem Imbiß/ Schnellrestaurant bei heißer Schokolade und Pommes mit Ketchup und Senf wieder aufzuwärmen. Es folgt ein Bummel durch die sehr kurze Einkaufsstraße- die Mädchen und Frauen gehen Garderobe schoppen, bis die Jungs nölen.
Langsam lässt auch der Regen nach, so dass die nassen Hosen/ -beine abtrocknen. Im Supermarkt wird für das Abendessen eingekauft.

Zurück zum Silverlake Camp fahren wir wieder mit unseren Draisinen, die Sonne scheint, die Seen blitzen, Himbeeren, Erdbeeren und Preiselbeeren und viele bunte Blumen wachsen am Schienenrand. Nach anderthalb Stunden (oder etwas weniger) sind wir wieder am Ausgangspunkt angelangt.

 

Die Kinder verziehen sich in ihre "Räuberhöhle". Nach einem (oder mehr) Kaffee auf dem Balkon bereitet Karin mit Unterstützung das Abendessen vor:

1. Ein leckerer gemischter Salat mit Rucola, Zwiebeln, Flaschentomaten, Radieschen, Salat und Schafskäse in Dressing
2. Kartoffeln, Neue mit der Schale (aus der Tiefkühltruhe)
3. Köttbullar, reichlich
4. Kräutersauce hollandaise
5. Zum Nachtisch Schokopudding mit Preiselbeerhaube

Der Tisch wird in der Küche eingedeckt und wir setzen uns zu dem opulenten Mahl. Dabei müssen die Kinder (plözlich nach 10 Tagen improvisierten Primitiv-Mahlzeiten) sich an Tischmanieren halten; manches lernt anscheinend was dazu!

!! Alle werden zum zweiten Mal richtig satt, einige schaffen selbst den Nachtisch nicht mehr.

Während die Kinder sich wieder in ihrer "Räuberhöhle" verkriechen (40°C, Dunst, unbeschreiblicher Geruch, von der Ordnung mal abgesehen- bitte auf keinen Fall stören!), geht der DoKo-Unterricht auf dem Balkon weiter, bis früh in den Morgen. Karin und Enno leiden!

14. Tag Krakviken- Högsbyn- Bengtsfors- Krakviken

(Maike) Eine Dusche und eine Toilette sind einfach zu wenig für neun Personen.

Wieder schafften wir es erst um 11 Uhr, das Camp in Richtung Högsbyn (See Ravarp) zu den Felsmalereien aus der Bronzezeit zu verlassen. Widererwartet gab es ein Minimuseum, sehr zum Spaß der Kinder mit Musik und Gesang aus der Bronzezeit. Statt einem Fels verteilten sich mehrere Felsplatten verstreut auf Wiesen und Uferrand. Die Kinder verloren leider schnell das Interesse.

Enno erklärte uns auf dem Rückweg zum Auto den "Plenterwald" (= selbst erneuernder Wald). Man lernt nie aus. Für den Otto-Normalverbraucher reicht das = O.Ton Enno.






Danach gings wieder Richtung Bengtsfors über schmale hügelige Landstraßen ins Freilichtmuseum. Leider waren die Museumshäuser geschlossen, so dass wir nur durch die kleinen Fenster und Ritzen linsen konnten. Das war genug Kultur für die Kinder und Enno (genauso schlimm wie mit Frauen an Modeboutiquen vorbeizuschlendern?).

Rache ist süß, Karin setzt 20 Minuten für den Einkauf im Center an und Enno kontrolliert strengstens die Zeit. Die Kinder laufen wie aufgeschreckte Hühner durch den riesigen Laden, weil sie nicht sofort die Bonbonbar finden. Karin und Enno suchen verzweifelt die Multbeermarmelade und haben keinen Erfolg.

Karin versorgt im Camp die Kinder für den ersten Hunger mit Suppe, während Ute, Enno und ich weiter nach Krokfors (Schleuse) fahren, um geräucherte Forelle für die Lieben daheim zu ergattern.
Wir stören den Schleusenwärter beim Eisessen und als wir unsere Bestellung aufgeben, kommt er ins Schwitzen. Am Morgen hatte er nur große ca. 2kg - Forellen gefangen und schon filetiert. Insgesamt haben wir 10 Forellenhälften (noch warme, frisch aus dem Räucherofen) gekauft. Gerade noch rechtzeitig, denn für die restlichen standen schon ein paar Käufer in Warteschlange.

Im Silverlake Camp erwartete Karin uns mit dampfendem Kaffee, die "Räuberhöhle" war schon grob vorsortiert worden, d.h. alle nicht mehr gebrauchte Sachen wurden verpackt. Enno und Ute beluden für die Abfahrt das Auto. Dies nahm ca. anderthalb Stunden in Anspruch.

19 Uhr Abfahrt zur Pizzeria Adria in Bengtsfors (einzige, die einen Tisch für eine große Gruppe hatte). Die Kinder konnten ihre neu erlernten Tischmanieren in aller Öffentlichkeit zeigen. Nach ein paar Tipps, z.B. Pizza nicht mit der Hand essen - mundgerechte Stücke schneiden - klappte alles wunder-bar. Die Pizzen waren superlecker und alle (bis auf Rouven) waren pappsatt. Zum Nachtisch gab es für jedes Kind einen Lolli.

Eigentlich wollten wir früh schlafen gehen, aber irgendwie waren alle aufgekratzt. Als wir Erwachsenen uns gerade brüderlich die letzten zwei Bier teilen wollten, fragte uns Christer, ob wir leise paddeln könnten, um einen Biber zu beobachten. Na klar, den Kindern sagten wir nichts, die waren sowieso gerade dabei, den Cola-Restbestand zu teilen.

Und tatsächlich nach ca. zehn Minuten stillschweigendem Warten in den Kanus vor einer Biberburg abseits des Camps schwamm ein Biber direkt auf uns zu. Zuvor hatten Ute und ich Geräusche aus dem Bau gehört, alle dachten er kommt aus dem Bau. Leider versperrten wir den direkten Weg und er schwamm an uns vorbei!

Christer zeigte uns dann den frisch angenagten Baum (Aspe) mit einem Durchmesser von ca. 45cm inkl. Frischen Nagespuren. Wir waren ganz erstaunt, als Christer erzählte, dass der Biber in einer Nacht so einen Baum locker zu Fall bringt.Dabei fällt die Baumkrone immer ins Wasser, damit der Biber an das Blattwerk kommt, das als Nahrung und Baumaterial dient. Glücklich paddeln wir über den spiegelglatten See zurück ins Camp. Ein schöner Urlaubsabschluss! Jeder besaß jetzt eine Handvoll "Biberspäne".

Was wir nicht wussten: Die Kinderwaren uns heimlich gefolgt, da wir ohne "Mahnungen" die Ferien-wohnung verlassen hatten. Sie konnten sich nicht erklären, was wir mitten in auf dem See suchen ohne zu paddeln! Viel Spielraum für Spekulationen. Da wir in der Pizzeria unser gesamtes schwe-disches "Hartgeld" aus diversen Taschen gegraben hatten (kann nicht zurückgetauscht werden), um zu bezahlen, kam den Kindern in den Sinn, wir hätten kein Geld mehr für die Rückfahrt und sie bzw. wir müssten in Schweden bleiben. Das war das erste Mal, dass die Kiddies sich Sorgen um uns machten. Auch nicht schlecht..... -- Große Erleichterung, aber auch Enttäuschung, weil sie den Biber nicht gesehen haben...Karin ist dann noch mal spontan zum Schwimmen gegangen - weil die Luft und das Wasser so warm war!!! - - - - Das täuschte - Putenpelle lässt grüßen.
Viel Zeit zum Schlafen bleibt nicht mehr. Kaum waren die Kinder nach mehrmaligem Ermahnen ruhig, begann Enno mit abendlichem Schnarchgesang.

15. Tag Krakviken- Varberg- Grenaa- Wardenburg- Tungeln

(Christian) Start 4.15 Uhr
Heute war der Tag der Abfahrt.
3:30 Uhr Aufstehen. Puh! Aber letztendlich sind dann doch alle aus dem Bett gekommen. Das Beladen des PKW's verlief gut und wir kamen pünktlich weg. Die Kinder verschliefen ca. die Hälfte der Fahrt zur Fähre. Alle Kinder freuten sich, denn die Fähre war dieselbe wie die mit der wir nach Schweden gefahren sind. So vertrieben sich die Kinder wieder mit Video-Spielen die Zeit, die Erwachsenen teilweise mit Schlafen und weiß-nicht-was. Zum Frühstück auf der Fähre gab es übrigens ein Käsebrötchen und einen Becher heiße Schokolade. Während der Fahrt brach so ein Wellengang los, dass auf dem Schiff schon Jörg-Tüten verteilt wurden und Maren schlecht wurde. Sie musste aber nicht "Jörg" rufen. Zum Glück!
Als die Fährenfahrt zu Ende war, musste Ole aufs Klöchen. So haben Karin und ich auf Ole gewartet, während die anderen schon zum Auto gingen. Aber als Ole zurückkam, wussten wir nicht, wie wir zu dem Auto gelangten. Nach Probieren und Fragen kamen wir dann doch zum Auto.
Nach ein paar Minuten Fahrt kamen wir zum Aquarium. Dort sahen wir unter anderem einen 3D-Film, eine Haifischfütterung und streichelten Störe und Rochen. Nach dem Besuch im Aquarium hatten die Kinder so viel Hunger, dass wir noch kurz bei McDonald's einfuhren.
Nach einiger Zeit Fahrt machten wir noch eine nasse Pause. (Die Kinder hatten bis dahin geschlafen.) Kurz nach Hamburg ließen wir uns von einem LKW-Fahrer fotografieren. Als wir endlich zu Hause waren bzw. bei Ute, mussten Rouven und ich noch mal zu Hause anrufen, da wir irgendwie verpennt haben, dass wir bei Ute abgeholt werden sollten. Aber wir kamen alle nach Hause.

Das war's!

 

(c) SV Tungeln 1904 e.V. - Kanuabteilung -