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Mrz 01

AUSZEICHNUNG – Heiner Spark ist der „Schiedsrichter des Jahres der über 50-Jährigen“ in Niedersachsen

Der Ruheständler aus Tungeln wird im Juni 80 Jahre alt und pfeift seit 1961 Fußballspiele. Er hatte vor vielen Jahren den Mut, eine Fußball-Legende zu verwarnen.

TUNGELN. Der Deutsche Fußballbund hat sechs Ehrenspielführer. Klangvolle Namen wie Fritz Walter, Franz Beckenbauer, Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmann oder Philipp Lahm fallen einem direkt ein. Einer fehlt noch, und dem hat Schiedsrichter Heiner Spark in einem Freundschaftsspiel Anfang der 1970er-Jahre eine Verwarnung ausgesprochen: „Uns Uwe“ Seeler, der Legende des Hamburger Sportvereins. „Der HSV war zu einem Testspiel in Wardenburg“, lacht der 79-Jährige Spark noch heute, „und Seeler hat einfach nicht aufgehört zu meckern. Daher musste ich ihn verwarnen.“ Im Vereinsheim später waren die beiden in geselliger Runde wieder ein Herz und eine Seele. Die Auszeichnung

Spark pfeift seit – bitte festhalten – Anfang 1961 Fußballspiele. Seit über 59 Jahren. Das allein ist schon Anlass genug, um ihn zu würdigen. Der 79-Jährige ist aber auch noch ein richtig Guter in seinem „Hobby“. So gut, dass ihm jetzt eine große Ehre zuteil wurde. Spark ist im Zuge der Aktion „Danke, Schiri“ zum Schiedsrichter des Jahres 2019 der über 50-Jährigen gewählt worden – wohlgemerkt in ganz Niedersachsen. Der Fußballverband (NFV) verlieh ihm in Hannover als Zeichen der Anerkennung eine Ehrenurkunde und ein Präsent. „Diese Auszeichnung bedeutet mir sehr viel“, sagt der Ruheständler freudestrahlend. 1999 hat er seine bisher wertvollste Urkunde für „vorbildliche ehrenamtliche Leistungen im Fußballsport“ erhalten. Der damalige DFB-Präsident Egidius Braun hat unterzeichnet. Die Fußball-Anfänge

Direkt nach Ende des Zweiten Weltkrieges – um 1946 herum – begann Spark mit dem Fußball. „Erst beim VfL Wardenburg, später beim SV Tungeln“, erinnert er sich lebhaft. „Das Finale der WM 1954 habe ich in einer Kneipe gesehen“, sagt der 79-Jährige, „auf einem kleinen Fernseher.“ Ein Gänsehaut-Moment für den damals 14-jährigen Jungen. Wie für so viele Fußballer seines Alters in dieser schwierigen Zeit. Spark selbst wurde zu einem Spieler, der sehr robust zu Werke ging. „Ich wurde oft des Feldes verwiesen. Rote Karten gab es damals noch nicht“, sagt Spark. Der Schiedsrichter

Die Platzverweise hinterließen Spuren. „Ich fand so manchen völlig überzogen und habe mir gesagt, das kann besser entschieden werden“, so Spark. Während seiner Bundeswehr-Zeit auf dem Oldenburger Fliegerhorst erwarb er die „Lizenz zum Pfeifen“. In den Anfangsjahren habe man Jugendspiele gepfiffen, wurde aber auch als Linienrichter bei Männerspielen eingesetzt, sagt Spark. „Das war schwierig. Man wurde ins kalte Wasser geworfen. Da waren viele Fehlentscheidungen dabei“, erzählt er. Bis Sommer 2018 hat er alle seine Einsätze gezählt. „5555 Spiele, die über mindestens 90 Minuten gingen, habe ich bis dahin gepfiffen“, so Spark. Wahnsinn! Der Funktionär

Parallel zum Pfeifen war er sich auch nie zu schade, Funktionärsposten zu besetzen. Er war von 1963 bis 2014 Schiedsrichter-Obmann beim SV Tungeln. Über 50 Jahre lang. Spark war zudem Schiri-Obmann im Fußballkreis und Vorsitzender des Kreissportgerichtes. Er habe das immer gerne gemacht, sagt Spark. Und auch die Pfeife hat er nach wie vor im Mund. „Ich leite bis zu zehn Spiele im Monat“, sagt der 79-Jährige.