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Jul 15

Friesentour – von Ostfriesland nach Friesland

Friesentour 2016 frei

Zur Vorbereitung der diesjährigen Paddelsaison schlug Ludger vor, wir könnten doch mal die „Friesentour“ in Angriff nehmen. Leichtsinnigerweise sagten ein paar Paddelkameraden, er solle sich doch mal die ganze Sache ansehen und planen. Heraus kamen von Norden über Emden bis Wilhelmshaven 5 Streckenabschnitte zwischen 20 und 26 KM. Mit 6 Leuten, die verrückt genug waren, suchten wir nun Termine. Das ist gar nicht so einfach. Wir entschlossen uns zu einem langen Wochenende im April, wo dann noch jeder den Freitag Urlaub nahm. Da ging es dann nach Emden und einem weiteren Wochenende im Juni, wo wir dann nach Wilhelmshaven fuhren.

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Das Aprilwetter tobte sich an unserem Wochenende in Emden wirklich gut aus. Zum Glück konnten wir das Vereinsheim des Emder Kanu Clubs nutzen, so dass man die Tage mit einem gemütlichen gemeinsamen Frühstück beginnen konnte und auch abends mit einem gemütlichen Beisammensein beendete. Am Freitag ging es dann nach dem Frühstück los. Die Temperaturen waren noch nicht so richtig frühlingshaft. In Wirdum unserem Ziel für heute, wurde ein Auto abgestellt. Dann ging es mit 3 Autos und den Booten zur Einstiegsstelle zum WSV Norden. Dort wurden wir freundlich in Empfang genommen. Konnten unsere Autos dort abstellen und schon ging es über den Anleger auf zur ersten Tour. Bei der ersten Umtragstelle am Leybuchtsiel regnete es in Strömen. Die Nonnengänse auf dem Deich schien das aber nicht zu stören. Wir setzten im Störtebeckerkanal unbeirrt unsere Fahrt fort. Man sah schon von weitem die beiden Mühlen von Greetsiel. Das war unser nächstes Ziel. Wir erfreuten uns an der Kulisse der Kutter und der schönen Häuserfront. Auf einmal tauchte ein Seehund in unserer unmittelbaren Umgebung auf. Der wollte wohl mal schauen, wer bei solch einem Wetter in seinem Revier unterwegs ist. Es war auch in der Zwischenzeit wieder trocken geworden, so dass wir in Greetsiel nicht nur umtrugen, sondern auch eine längere Pause mit Fischbrötchenimbiss einlegten. Dann kam die letzte Etappe für diesen Tag nach Wirdum. Unterwegs gab es noch einen Hagelschauer. In Wirdum mussten wir an einem sehr hohen Anleger aussteigen. Es ist alles eher auf Motorboote eingerichtet und nicht auf Paddler. Aber gemeinsam bekamen wir das hin, ohne dass jemand ins Wasser fiel. Nun blieben 2 zurück. Die anderen holten die Autos. Als wir wieder alle zusammen waren, ging es nur noch darum schnell nach Emden zu kommen und richtig schön warm zu duschen.

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Am Samstag sollte es nun zur nächsten Etappe gehen. Das Wetter war sehr ungemütlich und es gab eine Unwetterwarnung. Also haben wir einen Ausflug mit dem Auto nach Greetsiel gemacht. Diese schönen kleinen Läden waren für die Frauen in unserer Gruppe ein Paradies. Die Geduld der Männer wurde da schon auf eine harte Probe gestellt. Sie wurden mit einem Fischbrötchen und einem Eis besänftigt, bis es dann nachmittags wieder nach Emden ging. Dort einigten wir uns auf einen Termin Anfang Juli, um die ausgefallene Paddeltour nachzuholen.

Am Sonntag fuhren wir wieder nach Wirdum. Dort gibt es einen Wassersportverein. Da auch jemand da war, konnten wir über das Gelände und damit einen niedrigeren Einstieg benutzen. An diesem Tag waren die Temperaturen nicht berauschend und man konnte nie sicher sein, ob da nicht ein wenig Regen kommt. Also fuhren wir die meiste Zeit mit Regenjacken. Vom alten Greetsieler Sieltief ging es in das Knockster Tief. Dort machten wir beim WSV Fresena Hinte Pause. Die Leute waren sehr nett. Sie machten auch noch ein Foto von unserer Gruppe. Dann ging es weiter Richtung Emden zum Larrelter Tief. Dort beim EKC Emden endete dieses erste Wochenende.

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Auf einem Freitag im Juni trafen wir uns nun zur zweiten Etappe unserer Friesentour. Wir wurden freundlich vom Wilhelmshavener KK aufgenommen. Die Temperaturen waren nun auch schon besser. Aber man konnte nicht davon ausgehen, dass wir an diesem Wochenende keinen Regen abbekommen. Wir starteten am Samstag in Aurich. Vorher hatten wir ein Auto an der Schleuse in Wiesede abgestellt. In Aurich war gerade ein Marathon. Aber wir konnten noch gerade durchfahren und stiegen bei der Paddel & Pedal Station ein. Der Ems-Jade-Kanal war richtig schön. Bis zur Schleuse in Wiesens hatte man gar nicht das Gefühl auf einem Kanal zu sein. Danach änderte sich der Bewuchs an den Ufern. Man fuhr mehr durch eine Landschaft, die man erwartet mit Schilfbewuchs und Weiden rechts und links aber kaum noch Bäume und Büsche. An der Schleuse Upschört waren wir schon euphorisch, dass es sich ja kaum noch lohnt für 2 KM zur Schleuse Wiesede einzusteigen. Aber kurz vor Wiesede holte uns dann noch ein heftiger Regenschauer ein. Bis dahin hatten wir aber einen trockenen Tag mit einem Wechsel zwischen Sonne und Wolken. Das war ganz angenehm, da man auf einem Großteil der Strecke keinen Sonnenschutz durch Bäume hat.

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Am Sonntag wurden wir von Werner und Hanno vom WKK zur Schleuse Wiesede gebracht. Das war für uns natürlich eine große Hilfe, da wir dann nachmittags nicht mehr die Autos holen brauchten. Vielen Dank noch einmal dafür. Dieser Abschnitt ist für einen Paddler doch ziemlich eintönig. Man kann weit schauen und der Bewuchs besteht hauptsächlich aus Schilf und ähnlichem. Das ändert sich erst bei Sande. Wir waren trotzdem froh, als die Schleuse Mariensiel ins Blickfeld rückte. Wir hatten das erst Mal keinen Regen und der Wind kam auch aus der richtigen Richtung.

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Nun trafen wir uns Anfang Juli zur letzten Etappe der Friesentour in Emden. Am Freitagabend wurden schon 2 Autos in Aurich abgestellt, so dass man nach 26 KM Paddeltour gleich die Boote verladen und die Tour beenden kann. Vom EKC Emden ging es in Richtung Kesselschleuse. Durch Emden ist es immer schön zu paddeln. An der Kesselschleuse mussten wir umtragen. Für eine Pause war es dort noch etwas früh. Daher fuhren wir weiter. Auf den nun folgenden Kilometern gab es anfangs immer mal Möglichkeiten für eine Pause. Als wir aber entschlossen waren eine Pause zu machen, wurde es schlechter mit den Ausstiegsmöglichkeiten. Es war sehr viel Schilf. Auf diesem Abschnitt hatten wir nun auch das erste Mal das Gefühl, dass der Ems-Jade-Kanal noch von größeren Schiffen befahren wird. An der Schleuse in Rahe hatten die ersten schon den Ausstieg hinter sich und konnten sich gerade noch unterstellen, als die anderen sich schnell Regenjacken anzogen um im Boot den Regenguss abzuwarten. Danach wurde es wieder sonnig und wir fuhren das letzte Stück nach Aurich. Auf diesem letzten Stück änderte sich auch der Bewuchs wieder. In Aurich haben wir uns gefreut, dass wir die Friesentour geschafft haben. Wir belohnten uns in der Innenstadt noch mit einem schönen Eis. Dann ging es nach Emden. Dort wurde nach dem Abendessen noch zum Abschluss das EM-Spiel Deutschland – Italien angeschaut.

Am Sonntag verabschiedeten wir uns aus Emden mit einer Rundtour durch die schöne Emdener Innenstadt. Aber passend zur ganzen Tour ging es auch da nicht regenfrei.

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Es ist schon ein Erlebnis 114 KM durch Ostfriesland mit dem Kajak zu fahren. Es waren tolle Eindrücke. Zum Teil hat einen die Einsamkeit so nahe vor unserer Haustür überrascht.

Juli 2016